Wo Gestik zu Comedy wird
Kultur | Artikel vom 18. 06. 2001
Avanie Nikolas Ruf und Framboise Maria Ruf in ihrem Element. Foto: Venus |
Ihre Namen sind so ungewöhnlich wie die beiden Clowns selbst, die mit ihrem kleinen Zirkuswagen durch die Lande ziehen: Am Samstag gaben sich Avanie und Framboise in einem Gastspiel der Macadam Clowns Company im Kulturbeutel die Ehre.
In ihrem abwechslungsreichen Programm entführten sie die Zuschauer in eine Welt voll Kunst und Comedy und brachten das Publikum mit einfachen Mitteln, mehr mit Gesten als mit Worten, zum Lachen.
Allzu viel zu sprechen wäre der temperamentvollen Framboise (Maria Ruf) auch schwer gefallen. Die gebürtige Französin besticht lieber durch die französische Eleganz, mit der sie sich umständlich auf den Hocker plumpsen lässt oder durch ihre brillant zur Schau getragene Aversion gegen wohlgeformte Blondinen.
Avanie (Nikolaus Ruf), ihr deutscher Ehemann, sieht neben ihr dennoch nicht blass aus. Zu Framboises Leidwesen lässt er sich nicht so herumkommandieren, wie das vermeintlich starke Geschlecht ihrer Heimat, sondern erschreckt sie als Huhn verkleidet, während sie ihrer Mutter am Telefon von ihrem Psychoanalytiker erzählt - wohl wissend, dass seine Gattin panische Angst vor Vögeln hat. Oder er vollführt halsbrecherische Kunststücke zu den Drehorgelmelodien seiner Himbeere - so die deutsche Übersetzung von Framboise -, deren einzige Sorge es ist, während des Spielens in einer schwierigen Aktion ihre Handtasche vom Boden aufzuheben.
Welchen der quirligen Akteure man auch gerade im Blickfeld hatte - beide waren ständig in Bewegung und ließen keine Langeweile aufkommen.
Egal ob Jonglieren mit brennenden Fackeln, Ping-Pong-Bällen oder dem tanzenden Besen - was stets harmlos und einfach begann, steigerte sich jedes Mal zu einer kunstvollen Darbietung.
Sonja Lindemann