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So richtig was für Ohren, Bauch und Herz

Kultur | Artikel vom 27. 12. 2001


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Begeisterten und sorgten für gute Laune: „Bunt“ im Alten Stadtsaal. Foto: Bug

Geschenke gibt es ja eigentlich erst an Heiligabend - wer aber am Sonntag im Alten Stadtsaal war, der hat zumindest seinen Ohren schon vor dem Fest so richtig beschert: Nämlich mit einem Konzert der Gruppe „Bunt“, das den alten Holzboden des Stadtsaals beben ließ, Glückshormone ausschüttete, direkt in den Bauch ging und von (Musiker-)Herzen kam.

Zweieinhalb Stunden gefüllt mit Musik, die mal vor Lebensfreude nur so strotzte, mal verhalten und nachdenklich, lustig, auch mal ein bißchen böse oder traurig war. Mit ihrer ganz eigenen Mélange aus gutem Rock, deutschsprachigem Pop, Folk-Elementen, Chanson und einer großen Brise intelligenter, kabarettistischer Unterhaltung, charismatisch vorgetragen von Bandleader und Songschreiber Ulrich Zehfuß, versetzte die Band den bis auf den letzten Platz gefüllten Stadtsaal vom ersten Ton an in kribbelnd-gute Laune.

Songs wie „Allee“, der mit seiner Fröhlichkeit an die Leichtigkeit eines Spaziergangs an einem warmen Sommertag erinnert, ein Balanceakt zwischen Verzweiflung und Sarkasmus bei dem Stück „Du bist nicht da“ (...„denn ich hab dich ja selber umgebracht“) oder Bitterkeit und Temperament wie bei „Mach die Tür zu, wenn du gehst“, ließen wahre Bilderreigen im Kopf entstehen, in denen wohlbekannte Alltagsszenen ebenso wie tiefgründige Sinnfragen auf den Punkt gebracht wurden.

Für einen Anflug von Gänsehaut sorgte das wunderschöne Stück „ Die gleiche Nacht“, zu dem Ulrich Zehfuß einzig zur Akustikgitarre seine Stimme erklingen ließ. Ergriffen vom sanften, klaren Klang und sehr tiefsinnigen Textzeilen, herrschte Stille, in der man eine Stecknadel fallen gehört hätte - und die in begeisterten Applaus überging.

In ihren Bann zogen die sechs Musiker aber nicht alleine mit ihren erfrischenden, mitreißenden und immer wieder überraschenden Liedern, sondern auch mit musikalischer Qualität, einem harmonischen Zusammenspiel von Querflöte, Geige, Akkordeon, Schlagzeug, Bass und Gitarre. Dass die Musiker, die schon jede Menge Bühnenerfahrung mit „Bunt“ gemacht haben, ihre Instrumente beherrschen, bewiesen zahlreiche Soloparts der einzelnen Bandmitglieder, wie ein Querflötensolo von Pirmin Grehl, bei dem den Zuhörern der Atem stockte oder ein temperamentvolles Geigensolo von Mathis Münchbach. Weitere Unterstützung erhielt die Band noch von ihrem Gast und Freund Roland Vanecek, Solotubist des Wiesbadener Staatstheaters.

Als ganz besonderes Weihnachtsgeschenk konnten sich die Besucher das Gehörte sogar mit nach Hause nehmen - nämlich als Live-Mitschnitt des Konzerts, für den Ulrich Zehfuß auch ganz unbescheiden Werbung machte.

Zu Recht: Denn „Bunt“ boten ein erfrischendes, anspruchsvolles Konzert, irgendwie anders und fernab von jeglichem Mainstream, wie man es sich viel öfter noch wünschen könnte. Und da freuen sich nicht nur die Ohren, sondern auch Bauch und Herz Isabella Eckerle

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