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Patriarchat per Straßenschild

Nachrichten aus Speyer | Artikel vom 05. 09. 2002

In Speyer sind zu viele Straßen Männern gewidmet. Wenn es nach den Vorstellungen von Dorothee Menrath, Elisabeth Stützel, Hanni Knerr, Inge Trageser-Glaser und Siegrun Wipfler-Pohl, die jetzt einen Arbeitskreis gegründet haben, geht, sollen künftig Frauen, die sich besondere Verdienste erworben haben, mit Straßenbenennungen gewürdigt werden.

Von den rund 540 Straßen und Plätze in Speyer wurden nur elf nach Frauen benannt, betonte Dorothee Menrath, Leiterin des Stadtarchives: Marie-Wolf-, Sophie-de-la-Roche-Straße, St.-Klara-Kloster-Weg, Lina-Sommer-Straße, Marienstraße, Antoniengasse, St.-Margarethen-Gasse, sowie die nach Else Krieg, dem Nonnenbach und den Diakonissen benannten Straßen.

Hinzu kommt der Edith-Stein-Platz, den Speyerern besser als „Windloch“ bekannt, weil’s dort ewig zieht. Die Mitglieder des Arbeitskreises „Frauen und Straßennamen“ konzentrieren sich mit ihren Vorschlägen, die in den nächsten Wochen konkretisiert werden sollen, auf die Neubaugebiete Schlachthof und Rheinufer Nord.

Die aktuelle Vorschlagsliste für Straßen- und Platzbenennungen sieht die Verwendung der Namen von 20 Männern, aber nur einer Frau - Franziska Möllinger - vor. Mit dieser Liste kann sich der Arbeitskreis nicht anfreunden. Die Archivleiterin ist der Überzeugung, dass Elisabeth Schleicher (Landgraf), Karin Feucht, Franziska Möllinger und Emma Schultheis in Straßennamen gewürdigt werden könnten. Elisabeth Schleicher sei die erste Frau, die in Speyer das Abitur (am „Kaiserdom“) absolvieren konnte. Menrath: „Sie war eine stadtbekannte Person“. Karin Feucht, Dezernentin für Jugend und Schule, habe sich vor allem um die Förderung von Kindern und Jugendlichen verdient gemacht.

Franziska Möllinger, 1817 hier geboren, sei die früheste nachweisbare Fotografin der Welt. Das Ehepaar Schultheis stehe für den Widerstand im Dritten Reich. Jakob ist im Februar 1945 hingerichtet worden, Emma saß im Zuchthaus. Beider Tochter hatte in der „Verrücktenzelle“ im Stiftungskrankenhaus ein Kind geboren.

Elisabeth Stützel brachte Betty Blum, Clara de Lamotte, Caroline Wilkens, Helene Gallus, Lisel Regneri, Bertel Treib und Elisabeth Alschner in die Diskussion ein. Ein weiterer Vorschlag lautete Schwester Judith Preis, die sich 44 Jahre lang in der Caritas für bedürftige Menschen aufopferte. In die engere Auswahl kamen schließlich Schleicher, Lamotte, Gallus, Preis, Wilkens, Treib, Schultheis, Blum und Möllinger. Über diese Frauen wollen die Mitglieder des Arbeitskreises Lebensläufe verfassen und Empfehlungen an den Kulturausschuss formulieren. Bernhard Bumb

Wer im Arbeitskreis mitarbeiten will, ist zum nächsten Treffen am 15. Oktober um 17 Uhr im Stadtarchiv willkommen.

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