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Keiner wusste was abgeht

Kultur | Artikel vom 31. 10. 2002


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Ein Nikolaus, der keine Geschenke machte, sondern aus dessen Mantel reihenweise Geldstücke fielen, gehörte auch zur Performance der Erbengemeinschaft Felix Gordon. DHintergrund der Veranstaltung war den meisten Passanten jedoch nicht bewusst. Foto: Venus

Will die „Erbengemeinschaft Felix Gordon“ eine andere Welt? Keiner weiß es. Selbst die Künstler um Stephan Arnhold und Stephan Reim scheinen es nicht zu wissen, Martin Eckrich, der für Performances, wie sie gestern um 15 Uhr vor der Sparkasse auf der Maximilianstraße stattfand, schon länger bekannt ist, weiß es auch nicht.

Verdutzte Gesichter bei Ordnungsamt und Polizei, aber kein Einschreiten. Zu bizarr, zu weit weg, für viele, die sich nur ihren Big Mac auf der gegenüberliegenden Straßenseite holen wollten. Die Künstlerin Regina Reim liegt eine Stunde lang vor dem Eingang des Geldinstituts. „Ist der tot?“, fragen vorbeilaufende Teenager sensationsgierig. „Nein, nicht tot“, sagt niemand, um dem Teenie seine Geilheit zu nehmen. „Der betet den schnöden Mammon an“, so ein Passant, der sofort alles zu erahnen scheint. Ein Intellektueller? Nein, nur einer, der weiter denken kann.

„Aber was soll das? Jeder weiß doch: „Geld regiert die Welt. Insofern ist die Aktion genauso unnötig, wie ein Weltspartag“, sagt ein anderer.

Ein Mitarbeiter der Sparkasse tritt heraus. Er redet kurz auf die verhüllten Körper, die sich neben den Eingang pos-tiert haben, ein. Ein Glockenschlag, eine Enthüllung, dann wieder Gelächter von Passanten. Es ist die Habe der vier Performance-Künstler, die die Flaneure durch Regen und Kälte zu interessieren scheint. Eine Schatztruhe steht auf dem Trottoir. Entweder Eitelkeit oder die Neugier bringt nahezu jeden dazu, einen Blick in die Truhe zu werfen. Wer hineinschaute, sah sich selbst. Wassertropfen wie Tränen spiegelten sich im Gesicht eines jeden - der innenliegende Spiegel war nass.

Kommunikation war nicht angesagt. „Was soll das?“, fragte jeder jeden zum wiederholten Male. Jeder wartete auf eine überraschende Wendung, die es aber nicht gab. Pünktlich zum Glockenschlag plötzlich doch eine Bewegung. Blaue Farbeimer-Deckel wurden der betenden Regina Reim übergeben. Eine Erklärung gab aber niemand ab. Plötzlich taucht ein Megaphon auf. Es verschwindet aber in der Schatztruhe. „Derjenige, der es benutzen wollte, kommt glaube ich nicht“, erklärt Stephan Arnhold lakonisch. Auch wie die Performance nach einer Stunde zu Ende gehen soll, weiß der Mitinitiator nicht. „Das ist Intuition und Gefühlssache. Der jeweilige Künstler entscheidet selbst, wann er einen Punkt hinter seine Aktion setzt. Die Bilder sind wichtig, die bleiben im Gedächtnis“, so Arnhold weiter.

Man weiß es nicht. Stephan Alfter

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