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Welch’ holde Fälschung

Kultur | Artikel vom 01. 09. 1999

-api- Nicht weiter tragisch - so etwa sehen die Schwestern des Klosters St. Magdalena die Tatsache, dass ein von ihnen wohlverwahrter sakraler Gegenstand eine Fälschung ist. Es handelt sich dabei um den gotischen, vergoldeten Silberkelch mit Patene, den Damian Hugo Philipp Graf von Lehrbach der Ordensgemeinschaft einst als Dank für die aufopfernde Pflege schenkte. Der Graf, der Domkapitular zu Freising, Stiftsdechant zu Straubing und Probst zu Ellwangen war, verbrachte seit 1811 seinen Lebensabend im Kloster St. Magdalena.

„Für uns ist es zum größten Teil neu, dass der Kelch gefälscht ist, wir wußten allerdings von ‘92 an von Zweifeln an der Echtheit“, erklärt Generalpriorin Schwester Eugenie auf Anfrage. Die neuen Erkenntnisse erschüttern sie nicht. „Uns ist der Kelch nach wie vor wertvoll“. Gebraucht würde er ab und zu, bestätigt sie auf Nachfrage - zu welchen Gelegenheiten, verriet sie allerdings nicht. Verwahrt werde der Kelch im Kloster wie jeder andere sakrale Gegenstand auch - wo, ist Geheimnis der Schwestern.

Publik wurde die Fälschung durch eine vor wenigen Wochen in Paris veröffentlichte Festschrift für die französische Kunsthistorikerin Anne Prache unter dem Titel „Prierre, lumiere, couleur“. Jakob Michael Fritz, in Münster lebender Kunsthistoriker, schreibt darin über den Kelch - und sein Original. Er hatte bereits 1992 bei einer wissenschaftlichen Untersuchung hier in Speyer herausgefunden, dass der Kelch gefälscht ist. Ein Kollege stieß dann in seinem Urlaub zufällig auf das Original und wies Fritz darauf hin: Der echte Kelch befindet sich in einem Madrider Museum!

Witzig findet der Speyerer Kunsthistoriker Clemens Jöckle (der in seinem Führer über das Kloster und bei seinem ‘92er Liga-Kalender jeweils auf die Fälschung „hereinfiel“), dass beide Kelche schon mal auf zwei unterschiedlichen eucharistischen Kongressen zu sehen waren: ‘52 in Barcelona und ‘60 in Aachen.

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