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Gleichstellung lässt weiter zu wünschen übrig

Nachrichten aus Speyer | Artikel vom 08. 03. 2000

Von Andrea Pauli

Fasnachtsmüde Gemüter zum Aschermitterwoch - bleibt da heute etwa der feministisch-kämpferische Impetus auf der Strecke? Immerhin markiert der 8. März den internationalen Frauentag. Die Tagespost lässt Speyerer Politikerinnen zu Wort kommen, damit dieser Tag nicht ganz in nachkarnevalistischer Katerstimmung untergeht.

„Sehr zufrieden, was die Frauen-Union angeht“, zeigt sich Monika Kabs (CDU). Das Verhältnis der CDU-Frauen zur Partei bezeichnet sie als „gut“. Und stellt zu ihrem Bedauern fest, dass die „Feinde der Frauen nicht unbedingt bei den Männern zu finden sind, das sehe ich ganz realistisch“. Was Kabs sich wünschen würde, im neuen Jahrtausend: „Dass in mehreren führenden Position in der Stadtverwaltung Frauen sitzen“. Ihrer Erfahrung nach meldeten sich leider nach wie vor viel zu wenige Frauen für diese Posten. „Die Gründe kenn’ ich nicht“, so Kabs. Chancen für Frauen sieht sie nicht nur in der Verwaltung: „Im Bereich Schule wären mehr Leiterinnen auch wünschenswert“. Beispiel: die Siedlungsschule. „Ich finde es schade, dass sich dort keine Frau beworben hat“, erklärt Monika Kabs. Aber schließlich könne man auch nichts erzwingen.

Das gesellschaftliche Leben Speyers macht in puncto Gleichberechtigung auf das CDU-Ratsmitglied „einen sehr positiven Eindruck“. „Es arbeiten viele Frauen im öffentlichen Leben mit“, ist ihre Beobachtung. „Man muss nur aufpassen, dass die Frauen nicht im ehrenamtlichen Bereich verschlissen werden“, warnt sie. Ihre Utopie für 2000? „Im Stadtvorstand hätte ich mir gerne eine Frau gewünscht“.

Für Hanni Knerr (SPD) gilt immer noch die alte Forderung: „Die Hälfte des Himmels, die Hälfte der Macht“. „Daran haben wir noch eine ganze Zeitlang zu arbeiten“, sagt sie. Was nicht zuletzt daran läge, dass viele Männer nach wie vor an ihrer Macht klebten. Neue Ziele fürs neue Jahrtausend? Ein neues Männerbild, wie Ministerin Bergmann es gerade gefordert habe, fände Hanni Knerr nicht schlecht. „Männer sollten sich nicht mehr ausschließlich über Karriere definieren“, ist ihre Forderung. In diese Richtung geht auch Knerrs Wunsch nach Teilzeitarbeit im öffentlichen Dienst. „Aber nur, wenn Männer und Frauen teilzeit arbeiten“. Im öffentlichen Dienst seien nun mal am leichtesten Akzente zu setzen, die wiederum Vorbildcharakter für die freie Wirtschaft haben könnten. „Das Gleichstellungsgesetz brauchen wir auch für die private Wirtschaft; man muss Frauen auch in den Betrieben helfen, weiterzukommen“, meint Knerr. Wie man diese Frauenförderung durchsetzen helfen könnte? „In dem wir Auftragsvergabe-Richtlinien entsprechend gestalten: Betriebe, die einen Frauenförderplan haben, erhalten den Zuschlag“. Eine Utopie, die für Hanni Knerr durchaus denkbar ist.

„Insgesamt sind Frauen immer noch benachteiligt“, sagt Roswitha Pitsch (Grüne), „die ganze Gleichstellungsgeschichte hat noch nicht funktioniert“. Die Stadtverwaltung habe zwar gesagt, sie habe sich um die Einstellung von Frauen bemüht, „aber das klappte ja nicht“, moniert Pitsch. Von Gleichberechtigung ist im Speyerer Berufsleben ihrer Meinung nach nicht viel zu sehen: „Noch immer decken Frauen nur die unteren Bereiche ab“. Wichtig für Pitsch im neuen Jahrtausend: „Man müsste mehr darauf achten, dass alleinerziehende Frauen berücksichtigt werden, mehr Konzepte aus Frauensicht entwickeln“. Was fehlt: „Bezahlbarer Wohnraum für alleinerziehende Frauen. Da müsste in der Stadtpolitik auch was passieren“. Nur weiter so: Dieses Motto gilt für Pitsch in Sachen Cité-de-France-Projekt. „Jetzt muss man familienbezogen in dieser Richtung weiterarbeiten“.

„Die Stärkung der Frauen in der politischen Arbeit muss man ständig fördern“, sagt Käte Roos (FDP). Wobei sie Wert darauf legt, hier etwas „im Dialog mit den Männern“ zu erreichen. „Wir sind kleine Schritte weitergekommen“, ist ihr Fazit in Sachen Gleichberechtigung. Aber: „Noch längst nicht dort, wo wir hinwollen“. Nach wie vor sei die Kommunalpolitik von Männern dominiert. „Frauen müssen sich auch mehr in Entscheidungsbereiche einbringen“, fordert sie - vor allem, wo es um Familie, wirtschaftliche Belange von Familien und Bildung gehe. Im Zuge der Gleichberechtigung ist für Käte Roos aber auch „eine gute Familienarbeit wichtig“.

   Veranstaltungen heute zum Internationalen Frauentag: 15 bis 18 Uhr, Frauenbüro, Salzgasse 5, Info-Nachmittag, ebenfalls 15 bis 18 Uhr stehen Mitarbeiterinnen des Notrufs und des Frauenhauses in der Frauenbildungsstätte „Labyrinth“, Herdstraße 7, zur Verfügung (siehe Bericht rechts).

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