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Es ist schwer, auf Mallorca zu verkaufen

Kultur | Artikel vom 11. 03. 2000



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In seinen neuen Bildern lässt Paul In den Eicken die Farben Mallorcas zu. Wer seine Bilder aus der Speyerer Zeit kennt, wird von dieser frohen Farbigkeit überrascht sein.

Von Jutta Jansky

„Bon dia, com va això?“, der freundliche Gruss der Mallorquiner gilt dem Deutschen, der seit wenigen Monaten in der Nachbarschaft lebt. Er grüsst gerne zurück mit einem „Hola! Bé, gràcies. I vostè?“, denn er lebt schon lange genug auf der Lieblings-Urlaubsinsel der Deutschen, um zu wissen, dass ein wenig Mallorquin und spanische Sprachkenntnisse notwendig sind, um Kontakt mit den Einheimischen zu (er-)halten: Paul In den Eicken.

Das Schicksal hat den Speyerer Künstler zuerst nach Palma de Mallorca und dann in das verträumte Dörfchen Maria de la Salut geführt. Manche Menschen lieben es ja, ab und zu alle Zelte hinter sich abzubrechen, ganz neu anzufangen. Paul In den Eicken jedoch bleibt gerne da, wo er sich wohlfühlt. Und wohlgefühlt hat er sich während der vergangenen sieben Jahren in seiner Wohnung in Palma de Mallorca. Bot sie ihm doch einen herrlichen Ausblick auf die Bucht von Palma – und von der Terrasse aus sogar einen direkten Blick auf „La Seu“, die berühmte Kathedrale der Inselhauptstadt.

Aber im vergangenen Herbst war es vorbei mit der Ruhe und Behaglichkeit, denn die Vermieter wollten das gesamte Haus verkaufen. „Da war ich dann gezwungen, mich nach etwas anderem umzusehen“, gibt Paul In den Eicken zu und etwas Wehmut darüber, die liebgewonnene Umgebung aufgeben zu müssen, ist auch heute noch in seinen Worten zu spüren. Preiswerter Wohnraum ist in Palma spärlich gesät.

So machte sich Paul ausserhalb der Stadt auf die Wohnungssuche. Fündig wurde er in dem kleinen, verträumten Örtchen Maria de la Salut, rund 40 Kilometer in Richtung Norden von Palma entfernt.

„Für Mallorquiner ist diese Strecke schon eine kleine Weltreise – und für mich mittlerweile auch, wie ich immer mehr feststellen muss“, bekennt der sympathische Künstler.

So richtig urig ist sein neues Zuhause. Schmalbrüstig, wie die meisten Dorfhäuser auf Mallorca, steht das Haus mit seinen Nachbarn auf „Schulterschluss“. Landestypisch ist es, möglichst wenig von seinem Heim nach aussen hin zu zeigen. So bieten die schlichte Eingangs-tür und das kleine, meist durch einen Schlagladen verschlossene Fenster wenig Hinweise darauf, wie es innen aussehen könnte. Doch Paul In den Eicken hat der Tagespost seine Tür geöffnet und Einblick in sein Reich gewährt.

Gleich hinter der Eingangstür begrüßt eines der neueren Bilder von Paul In den Eicken die Besucher. Sofort fällt ins Auge, dass der Künstler zwar immer noch die monochrome Farbgestaltung liebt, jedoch bedeutend mehr Licht in seine Bilder einschliesst. Die Sonne Mallorcas kann er in seinen Arbeiten nicht mehr verleugnen.

Durch das kleine Esszimmer, das gleichzeitig auch Bibliothek und Flur ist, geht es ins Wohnzimmer, wo ein romantisch prasselnder Kamin für Wärme sorgt. Die alten Häuser auf Mallorca verfügen leider nicht über eine Zentralheizung. Meist noch nicht einmal über die Möglichkeit, jeden Raum mit einem Ofen oder Kamin zu beheizen und so sorgt Paul mit einem tragbaren Gasöfchen dafür, dass seine Besucher nicht frieren müssen. Im Frühjahr ist es nämlich noch recht kühl auf der Sonneninsel. Neben dem Gasofen erwärmt auch noch der Blick aus dem Bogenfenster das Herz. Er führt über eine lauschige Terrasse hinab in ein blühendes Tal und die rosa Flut der Mandelblüten ist hinreißend schön.

Bei einem starken Espresso, aufgepeppt mit einem kräftigen Rum, plaudert Paul In den Eicken über den Alltag auf Mallorca. „Im Moment bin ich natürlich immer noch mit Renovierungsarbeiten beschäftigt, aber ich habe auch schon wieder angefangen zu malen“, erklärt der Künstler. Seit er auf Mallorca lebt, nimmt er regelmässig an Ausstellungen auf den Balearen und dem spanischen Festland teil. „Doch es ist schwer, hier auch Bilder zu verkaufen. Die Mallorquiner haben selbst ausgezeichnete Künstler, die sie, wie dies auf solch einer kleinen, mittlerweile stark überfremdeten Insel verständlich ist, bevorzugen“, weiss Paul zu berichten.

Trotzdem ist es nicht zu übersehen, wie stolz er darauf ist, dass er während der vergangenen sechs Jahre immer an dem „Premio de Palma“ teilnehmen konnte. Zu dieser bekannten und angesehenen Ausstellung werden lediglich Arbeiten von 25 bis 30 Künstlern angenommen, wobei sich im Schnitt zehnmal so viele um die Teilnahme bewerben. Auch bei der „Premio de Barceló“ gehört Paul in den Eicken zu den Künstlern, die regelmässig die hohe Teilnahmehürde schaffen. Gerade für ihn als „Ausländer“ ist dies eine tolle Bestätigung seiner Arbeit.

Mallorca bietet durch seine Farben, seine Intensität und Geschichte dem Künstler Paul In den Eicken immer wieder neue Anregungen. „Leider gibt es hier keinen Zusammenschluss der Künstler, keinen Künstlerbund oder Kunstverein, so wie zum Beispiel in Speyer“, bedauert Paul.

Als wir gemeinsam das Geschirr in die Küche tragen, zeigt Paul In den Eicken, dass er mit seinem neuen Häuschen recht autark ist. In die Küche integriert ist der Schacht zur tiefen Zisterne, aus der er sein Wasser bezieht. In diesem Frühjahr ist sie allerdings noch nicht allzu gut gefüllt, denn es hat wenig geregnet im vergangenen Winter. Im Obergeschoss befinden sich Bad, Schlafzimmer und ein Arbeitsraum.

Hier verbringt Paul viele Stunden am Computer, den er zum Skizzenblock umfunktioniert hat. Es ist erstaunlich, wie er nur mit Stift und Zeichenpad die fantastischsten Bilder in den Computer „hineinzeichnen“ kann. „Natürlich ist der Computer für mich auch Archiv, denn alle meine Bilder nehme ich mit der digitalen Kamera auf und lege sie als Datei ab“, erklärt der Künstler seinen staunenden Besuchern.

Dass er den Internetanschluss in seinem Computer auch als „Fenster nach Speyer“ benutzt, versteht sich dabei von selbst. Überhaupt ist der Kontakt nach und mit Speyer noch sehr rege. Die Domstadt vergisst man schliesslich nicht so schnell – auch nicht auf der Trauminsel Mallorca.

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