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Gesamtkunstwerk i-Tüpfelchen aufgesetzt

Nachrichten aus Speyer | Artikel vom 11. 10. 2000


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Stolz: Frank und Wendela Horz mit Teilen des Abendmahlgeräts, hergestellt von Urgroßvater und Existenzgründer Wilhelm Horz zur Weihe der Kirche im Jahre 1904. Es ist immer noch in Gebrauch. Sie stehen vor dem Fenster „Berufung Calvins“. Es zeigt das selbst entworfene Wappen Calvins, das gut zur Arbeit des Bauvereins passt: „Geben mit Herz!“

Foto: Birgit Schröder-Stepp

Mit der Restaurierung des Turmhelms ist der erste Bauabschnitt nahezu abgeschlossen. Die Sanierung der Gedächtniskirche der Protestation zu Speyer wird noch rund zehn Jahre dauern. Was die „Retscherkirche“, nach dem 1857 unter diesem Namen gegründeten Bauverein oft noch so benannt, an Schätzen birgt und wem sie diese verdankt, möchte die Tagespost in einer Serie veröffentlichen und in unregelmäßigen Abständen ehemalige Stifter, vornehmlich aus Speyer, ihre Stiftung und ihre lebenden Nachfahren vorstellen.

Eröffnet wird der Reigen mit einem Geschäftsmann, der nur wenige Fußminuten von der Gedächtniskirche entfernt sein Juweliergeschäft hatte, das sich heute noch in Familienbesitz befindet und nur für kurze Zeit, von 1971 bis 1984, verpachtet war.

Im Jahr der Grundsteinlegung der Gedächtniskirche 1893 eröffnete der Gold- und Silberschmiedemeister Wilhelm Horz sein Juweliergeschäft in der Heydenreichstraße. Wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen bedingen und beeinflussen sich gegenseitig. Dieses Theorem wird lebendig veranschaulicht durch die wechselseitigen Beziehungen zwischen dem Existenzgründer Horz und den Gründern und Förderern der im Bau befindlichen Gedächtniskirche.

Das handwerkliche Können des ortsansässigen Wilhelm Horz wird in Anspruch genommen, um die vasa sacra (Tauf - und Abendmahlsgerät) der Gedächtniskirche herstellen zu lassen -nach Entwürfen des Künstlers E. Nill. Diese kunsthandwerklich wertvollen Arbeiten fügen sich nach Ansicht von Pfarrer Stefan Werdelis, Geschäftsführer des Bauvereins, nahtlos in das künstlerische Konzept des Gesamtkunstwerks Gedächtniskirche ein und „setzen dem Ganzen sowohl in der Aufnahme architektonischer Details als auch in der ausdrucksstarken Nutzung der Symbolsprache das i-Tüpfelchen auf“.

Auf der handwerklichen Seite entlocken sie der Ehefrau des Urenkels und jetzigen Geschäftsführers, Wendela Horz, ihres Zeichens selbst Goldschmiedemeisterin, fachfrauliche Bewunderung und Anerkennung. „Solche reizvollen Herausforderungen werden heute so gut wie kaum noch vergeben! ... Die Schale war einmal ein ganz normales Silberblech, das ist alles herausgetrieben worden!“ Die kirchliche Trauung der beiden, Frank und Wendela Horz, fand 1989 - wie konnte es anders sein - in der Gedächtniskirche statt.

Im Weihejahr der Gedächtniskirche, 1904, zwei Jahre vor der Geburt seines jüngsten Sohnes Adolf, der später das Geschäft bis 1971 weiterführen wird, unterstützt Wilhelm Horz durch das Prägen und Mitvertreiben von Gedenkmedaillen die Aktivitäten des damaligen „Gründerzeit“-Bauvereins.

Nachdem der jetzige Geschäftsführer (seit 1984) und Urenkel Frank Horz (Jahrgang 1962) unter anderem durch die neue Sponsorenbroschüre auf das familiäre und geschäftliche Engagement seiner Vorfahren aufmerksam wurde, trat er mit seinem Geschäft dem Bauverein bei. Damit ermutigt er den Verein, persönliche und geschäftliche Fäden der vorletzten Jahrhundertwende aufzunehmen, um den Erhalt der Kirche zu sichern. Dass dabei Geschichte mit ihren sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Facetten zu nacherlebbaren und nacherzählbaren Geschichten und Anekdoten wird, ist unterhaltsames, informatives Nebenprodukt.

Speyerer Stifterfamilien

Solche Geschichten sollen an dieser Stelle immer in Wort und Bild erzählt werden. Um die Recherchearbeit zu erleichtern, können sich Nachfahren folgender Speyerer Stifterfamilien gerne melden bei Pfarrer Stefan Werdelis, Telefon 67 66 0 oder 62 08 61 oder auch Kontakt aufnehmen über e-mail: bauverein@gedaechtniskirche.de.:

Brauereidirektoren L. und H. Weltz: Fenster „Der Kinder segnende Christus“

Fabrikant K. Schalk, Speyer: Fenster „Ostermorgen“

Fabrikant H. Wellensiek, Speyer: Fenster „Weihnachtsnacht“

Familie Merbel-Remy, Speyer: Fenster „Golgatha“

Familie Heinrich Süß, Speyer: Fenster „Bergpredigt“

Familie Mettger, Speyer: Fenster „Gesetzgebung auf Sinai“

Witwe Ihm, Speyer: Fenster „Maria und Martha“

Witwe Jacobi, Speyer: Fenster „Das Diakonissenwirken“

Familie Haid, Speyer: Fenster „Verbrennung der Bannbulle durch Luther“

Bürger von Speyer (Darsteller des Volksschauspiels von M. L. Hesse): Fenster „Das trotzende Worms“

Familie Holtzmann, Speyer: Sakristeifenster

Familie Emilie von Chlingensperg, Speyer: Sakristeifenster

Fräulein K. Huber, Speyer: zwei Tympanon

Rentier Thomas, Speyer: eine kleine Säule

Frau Pfarrer Biebinger, Speyer: Altarbibel.

Der in Silber gearbeitete und stark vergoldete Deckel ist von Juwelier Horz, Speyer, gearbeitet und gestiftet.

Werner Schilling

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